Bau ökologisch - lebe gesund; Büro für ökologisches Bauen

Das Haus als Neubau

Bei dieser Betrachtung gehe ich von der Philosophie meines Büros aus. Dabei ist es unerheblich, ob es sich bei den Bauwerken um Wohn- Geschäfts- oder öffentliche Gebäude handelt. Nachhaltiges und ökologisches Bauen sollte möglichst immer Beachtung finden. Auch ist es unerheblich, ob es sich um Bauwerke in Massivbauweise oder um Holzhäuser handelt.
Mein Ziel ist es, den Bauherren zu sensibilisieren, mehr Wert auf Nachhaltigkeit bei der Auswahl der Baustoffe zu legen. Die richtige Auswahl hat entscheidenden Einfluss auf das Wohn- und Wohlgefühl für sehr viele Jahre. Das Wohnen im Haus welches wir Heute bauen soll mitunter auch noch den Enkeln Spaß machen. Sie dürfen sich nicht mit unseren Altlasten und unserem Sondermüll plagen müssen.

An zwei Beispielen möchte ich dieses Vorhaben erläutern.

Als erstes Beispiel sei hier ein so genannter Massivbau genannt.

Als Massivhaus bezeichnet man alle Bauwerke deren tragende Bauteile aus Steinen oder Beton errichtet sind. Dabei können die Zwischendecken und das Dach durchaus als Holzbalkenkonstruktion ausgeführt sein. Im nebenstehenden Bild (mein eigenes Wohnhaus) wurde der Keller aus Hohlblocksteinen errichtet. Aus meiner heutigen Sicht sind KS-Steine optimal. Bei einer erforderlichen Wärmedämmung des Kellers sind auch Porenbetonsteinen in geeigneter Güte einsetzbar. Beton als Ortbeton oder Fertigplatten sollten größeren Bauwerken vorgehalten bleiben.
Als Kellerdecke ist hier eine Stahlzellendecke eingebaut. Das ist eine Sonderlösung und nicht mehr zeitgemäß. Eine Fertigdecke aus Porenbetonelementen wäre sinnvoll aus Sicht des Brand- und Wärmeschutzes zu unbeheizten Kellern. Bei höheren Anforderungen in Bezug auf den Schallschutz sind Stahlbetondecken als Filigran- oder Elementedecken sinnvoll. Reine Ortbetondecken sind wegen des hohen Schalungsaufwandes nur für bestimmte Zwecke einsetzbar.
Für die tragenden Außenwände sind Porenbeton und Hochlochziegel der Renner. Kalksandsteine haben ihnen gegenüber eine sehr geringe Wärmedämmung und bedürfen einer zusätzlichen Dämmung. Bei hohen Ansprüchen an den Schallschutz und die Steinfestigkeit ist deren Einsatz durchaus angebracht. Tragende Wände aus Lehmziegeln (Grünlinge) sind eine natürliche und ökologische Alternative.
Das Dach, hier ein flach geneigtes Satteldach mit Fertigbindern ist eine reine Holzkonstruktion mit Ditumenbahnendeckung - aus ökologischer Sicht bedenklich - . Andere Bauweisen sind auch wieder Sonderkonstruktionen vorbehalten. Bei einer ausreichenden Stabilität sind solche flachen Dächer sehr gut für eine Ausbildung als Gründach geeignet. Üblich sind allerdings Steildächer mit einer Deckung aus Betondachsteinen oder Dachziegeln.
Als Dämmstoffe sind hier Mineralwolle im Dach und Holzwolleleichtbauplatten (HWL) eingebaut worden. Seinerzeit gab es keine Alternativen. Aus heutiger Sicht können beim Einsatz von Mineralfaserdämmung nicht alle Bedenken ausgeräumt werden. HWL-Platten sind auch heute unbedenklich.
Bei einer späteren Entsorgung sind bis auf die Tapeten, die Dämmung und die Dacheindeckung (Bitumenbahnen) alle Baustoffe recycelbar.

Das Holzhaus als zweites Beispiel

Unabhängig davon ob das Haus unterkellert ist oder nicht, sollte ein Haus in Holzbauweise erst oberhalb des Spritzwassersockels beginnen. Holz als nachwachsender Rohstoff ist auch vergänglich und beständig zugleich. Trockenes Holz kann Jahrhunderte überdauern. Auch unter Wasser ist Holz durchaus dauerhaft. Als Beispiel dafür können die Fachwerkhäuser unserer Altstädte stehen; oder die nicht sichtbaren Rammpfähle zur Abfangung der Fundamente vieler Bauten in Berlin. Erst die Verbindung von Feuchtigkeit und Luftsauerstoff macht aus Holz das was es einmal war - Mineralien (Humus) und CO2.
Im Holzhaus bestehen alle tragenden Bauteile aus Holz oder aus Holzwerkstoffen. Das können Kant- und Profilhölzer oder auch Platten sein. Das nebenstehende Skelett zeigt die statisch erforderlichen Wandstiele, Deckenträger, Abfangungen und Dachbalken. zur Stabilisierung wird Innenseitig eine Plattenbeplankung vorgesehen. Nach DIN 1052neu sind dazu Brettsperrholz(BSPH), Furnierschichtholz(FSH), Sperrholz(SPH) und OSB-Platten zugelassen. Für den ökologischen Hausbau ist bei den einzelnen Produkten auf die Art der Herstellung zu achten. Nicht alle Plattenwerkstoffe sind auch ökologisch unbedenklich. Nach außen wird der Bereich zwischen den Stielen vollständig mit Dämmstoff gefüllt. Als Abschluß muss die Wand natürlich auch verschlossen werden. Soll konsequent ökologisch gebaut werden, wird eine Bekleidung mit Bretterschalung unumgänglich. Wer die klassische Putzfassade bevorzugt hat auch hier diese Möglichkeit. An Stelle der Bretterbekleidung wird eine Holzweichfaserplatte oder ein anderer geeigneter Plattenwerkstoff vorgesehen. Darauf kann dann ein entsprechendes Putzsystem aufgebracht werden.


Für das Dach sind unabhängig von der Dachform und Gestaltung zwei Möglichkeiten gegeben. Das Gründach als extensive Ausführung und das Steildach mit harter Eindeckung.
Wenn das Bauwerk mehrere Etagen umfasst, gehören auch Zwischendecken dazu. Auch bei diesen Bauteilen gibt es eine große Vielfalt an Ausführungen. Ich will hier nur einige wichtige Aspekte andeuten. Neben der Funktion als begehbare Fläche sind weiter wichtige Funktionen zu beachten. Trittschall soll möglichst nicht in den unteren Räumen für Lärm sorgen, dazu wird eine Trittschalldämmung vorgesehen. Bei Decken als Wohnungstrenndecken ist auch der Brandschutz zu beachten.

Damit ist dann eigentlich das Haus fertig. Es fehlen nur noch Fenster, Türen, Heizung mit oder ohne Kamin und Lüftung. Warum nicht auch ein Wintergarten? Bei entsprechender Ausführung ohne Heizung oder mit Restwärmenutzung kann er auch zur Nutzung solarer Gewinne genutzt werden. Bei der Heizung sind natürlich die Energiekennwerte erforderlich. Seit diesem Jahr(2006) ist ein Energieausweis für alle Neubauten auszustellen. In besonderen Fällen ist auch eine ausführliche Energieberatung angebracht. Diese wird derzeit auch finanziell gefördert.

 

Erläuterungen

Äußere Wandbekleidung

Die äußere Wandbekleidung erfüllt mehrere Funktionen. Die wichtigste ist die Funktion als Wetterschale. Wind sowie Regen und Schnee sollen am Eindringen in das Haus gehindert werden. Zudem soll sie Pflegeleicht sein und auch noch gut aussehen. Die klassische Ausführung ist regional verschieden. Im Norden trifft man häufig die Backstein- oder Klinkerfassade an, während in weiten Landesteilen die Putzfassade dominiert. In waldreichen Gegenden trifft man vielfach eine Holzfassade an. Holz wird vielfach auch als Verkleidung angebracht. Wo ist der Unterschied? Die Bekleidung ist ein notwendiger Bestandteil der Gebäudehülle. Mit der Verkleidung kann man zusätzliche Gestaltungselemente anbringen oder unschöne Ansichten verdecken.

Dacheindeckung
Als Dacheindeckung erfüllt der gebrannte Dachziegel ohne zusätzliche Glasur am ehesten die Anforderungen an das ökologische Bauen. Ein Engobeüberzug aus Tonmineralien verbessert die Witterungsbeständigkeit. Spezielle Ziegel sind auch schon für geringe Dachneigungen auf dem Markt. Bei Betondachsteinen muss darauf geachtet werden, dass nur mineralische Farben eingesetzt werden und keine umweltschädlichen Stoffe zur Verhinderung von Moosansatz verwandt werden.
Für den Aufbau von Gründächern ist eine präzise Abdichtung in Verbindung mit Wurzeldichtheit unumgänglich. Diese Bedingung erfüllen am ehesten Folien in geeigneter Stärke. Auf PVC-freie Folien muss geachtet werden.
Holzschindeln als Dachdeckung sind eine kostspielige aber mitunter sinnvolle Alternative. Auch bei ausgewählten Hölzern ist die Haltbarkeit ohne Druckimprägnierung begrenzt. Das dabei nur Hölzer aus nachhaltiger Waldwirtschaft in Frage kommen braucht hier eigentlich nicht zu stehen.
Als mineralische Dachplatten sind die Schieferplatten die bekanntesten.

Energieausweis
Mit steigenden Energiekosten in den vergangenen Jahren und der Erkenntnis das die Verbrennung fossiler Rohstoffe die denkbar schlechteste aller Lösungen zu deren Nutzung ist, veränderte sich auch der Anspruch an die Wärmedämmung unserer Bauwerke. Schon in der EnEV(2004) ist die Forderung nach einer Ausweisung der Energiekennwerte enthalten. Wer jetzt ein Gebäude kauft kann sich an Hand des Energieausweises einen Überblick über den Energieverbrauch verschaffen.
 
 
 
Förderung
Bei modernen Energiesystemen, zu denen neben der Heizung und Warmwasserbereitung auch die Einbindung von Solartechnik und Wärmerückgewinnung gehört, kann eine zielgerichtete Energieberatung erhebliche Kosten einsparen. Nicht jeder Heizungsbauer ist bereit, seinen Umsatz durch Kostenreduzierung des Bauherren zu mindern. Aus diesem Grund wurde eine "Richtlinie über die Förderung der Beratung zur sparsamen und rationellen Energieverwendung in Wohngebäuden vor Ort - Vor-Ort-Beratung- erlassen. Danach kann ein Zuschuss zu den Kosten für eine Vor-Ort-Beratung gewährt werden.

Spritzwassersockel
Der Spritzwassersockel am Haus ist der Bereich dre bei Niederschlägen auch durch hoch spritzende Wassertropfen nass werden kann. In diesem Bereich kann es daher zu einer verstärkten Durchfeuchtung des Mauwerkes oder der Schwellenhölzer kommen. Bis zu einer Höhe von 30cm über Gelände sind daher gesonderte Maßnahmen zu treffen. Im nebenstehenden Bild ist der Sockel mit Natursteinplatten verkleidet. Ein genügend großer Dachüberstand kann ebenfalls ein Bespritzen der Wand verhindern. Allerdings reicht in windexponierten Lagen dieser auch nicht immer oder muss sehr groß sein.
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